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Hummeln ansiedeln, Einfach-Nistkasten, Blumentopf, Einsetzhilfsmittel, Orientierungsflug

Kurzanleitung zum Ansiedeln von Hummeln: 

 1.) Nistkasten - hier Einfachlösungen, die jeder fast sofort herstellen kann.

Ein kleinerer Blumentopf wird umgestülpt, in einen großen hineingestellt und mit Moos aufgefüllt, was zu besseren klimatischen Bedingungen führt (z.B. Vermeidung von Schwitzwasserbildung) .

Mit einer Schnur- oder Kordelsäge (Baumarkt) lässt sich wirklich kinderleicht ein Einflugloch schneiden. Die Länge der Kordelsäge passt in jede Bügel-Eisensäge.

 Polsterwatte einerseits so hoch auffüllen, dass die Hummel (hauptsächlich beim 1. Betreten des Nistplatzes) die Watte möglichst früh erreicht. Andererseits darf die Watte oben nicht mit der Abdeckung Kontakt haben, da sonst mögliches Schwitzwasser die Watte durchfeuchtet.
Deckel (mit Abtropfkante!) mit einem Stein beschweren und das Gefäß noch vorne schräg aufstellen, damit eventuell auftretendes Deckel-Schwitzwasser am Ausgang abgeführt werden kann. Topf auf eine Steinplatte stellen und ihn auf einen Dichtungsring für Abwasserrohre stellen, um Kältebrücke am Boden und daraus resultierende Schwitzwasserbildung zu vermeiden.
Um Mäusen keine Chance zu lassen, zeige ich hier eine Variante "Pfahlbau".                                             Ein Blumentopf-Untersetzter auf einem Pfahl befestigen. Damit Schwitzwasser ablaufen kann, sind einige Löcher in den Untersetzer zu bohren. Um Durchfeuchten der Watte zu verhindern eine Lage Blähton (braune Kügelchen von Hydrokulturen) einbringen oder irgend einen anderen Abstandhalter (Sieb oder Gitter).
Aus einem passenden Übertopf wird der Boden entfernt und unten ein Zugangsloch mit Gang eingerichtet.

Auch als Abdeckung kann ein Untersetzer (mit einem Stein beschwert) verwendet werden. Als Verbesserung sollte ein kleines Vordach über das Einflugloch befestigt werden, damit der Schlagregen nicht in das Gehäuse fällt.
2.) Standort

Nistkasten im Schatten aufstellen, bestenfalls kurz von der Morgensonne bestrahlt. In der prallen Sonne werden diese Art von Nistkästen sonst zur Todesfalle!

3.) Einsetzhilfsmittel

Auf dem Foto sind zu sehen: Ein vorgetäuschtes Mauseloch, eine Filmdose, ein innen rostiges Stahlrohr mit Kontrollschlitz und der abgetrennte Hals einer Plastikflasche. Ein zu glattes Innenrohr beunruhigt die Hummel, da sie keinen Halt findet. An den Stellen, wo man Hummeln nach Nistplätzen suchen sieht (oder einfach in der Rasenfläche - denn dort wird auch oft gesucht) mit einer Eisenstange (o.ä.) "Mauselöcher" schräg in die Erde drücken. Sobald eine Hummel das "Mauseloch" inspiziert, wird das Rohr auf dieses gesetzt. Beim Verlassen des Mauseloches kriecht die Hummel zwangsweise (aber gewaltlos und infolge dessen ohne Panik!) in das Rohr. Sie versucht nun durch den Schlitz im Rohr zu entkommen, was man von außen beobachten kann. So hat man eine hervorragende Kontrolle, dass die Hummel sich im Rohr befindet. Nun kann man dieses langsam anheben und die Filmdose überstreifen.

Die Filmdose (o.ä.) erfüllt zwei Funktionen: 1.) sie schließt das Rohr nach hinten, 2.) sie verdunkelt den Kontrollschlitz. Nun nimmt die Hummel nur am Rohrausgang Tageslicht wahr und krabbelt dorthin. Inzwischen hat man sich dem Nistkasten genähert und hält das Rohr in die Einflugöffnung. Zunächst versucht die Königin wieder zu entkommen und stürmt keineswegs in den Nistkasten. Nach etlichen Befreiungsversuchen und Zurückgekrabbel in das Rohr versucht sie auch einmal die andere Richtung und betritt den Nistkasten. Oftmals - wie vorher im Rohr - kehrt sie aber auf halbem Wege wieder um. Wenn man dann schon das Rohr entfernt hat, kann man nur noch Abschied nehmen! Deshalb mindestens 1 Minute warten um einigermaßen gewiss zu sein, dass die Hummel das ihr angebotene Nest erreicht hat.

4.) Orientierungsflug.                                                  Die Inspektion des Nestes kann unterschiedlich lange dauern. Mal ist nach ca. 3 min die Sachlage klar, mal dauert es bis zu 15 min. Kommt sie, gleichgültig nach welcher Zeit heraus, gibt es zwei Verhaltensweisen: 1.) Fliegt sie (manchmal nach einigem Augenreiben) geradewegs ab (s. grüne Linie), bleibt die Hummelwohnung weiterhin frei. 2.) Dreht sie sich im Eingang um (manchmal wird das Einflugloch auch noch umklettert), und fliegt dann mit dem Gesicht zum Loch in immer größer werdenden Pendelbewegungen davon (s. rote Linie), dann ist die Wohnung vermietet. Man darf auf keinen Fall "sicherheitshalber" noch eine Hummel einsetzen, da eine von ihnen im Kampf um das Nest tot gestochen wird!

Hummel-Orientierungsflug:   Video-Clip 

(Größe 2,5 MB, Abspieldauer ca. 28 Sek. Ladezeit ca. 10 Minuten)

 

Dieses Foto ist mit freundlicher Genehmigung entnommen aus:  www.hymenoptera.de (s.Links)

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Erstellt am 11.12.1999 Letzte Änderung am 5.3.2002