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Hummeln ansiedeln, Einfach-Nistkasten, Erdnest, Hummelnest

Konzept für ein Hummel-Erdnest: 

Warum dieser Entwicklungsversuch?

1.) Viele Hummelliebhaber haben entweder keinen wetterfesten Nistkasten oder keinen wetterfesten Unterstand (z.B. für Nistkästen aus Spanplatten o.ä.) und können aber so -quasi aus dem Stegreif- auch an diesem besonderen Geschehen einer Nestgründung teilhaben und dem Hummelschutz dienen.

2.) Das Nest ist naturnah installiert, d.h., man braucht sich um die Besiedelung keine Gedanken zu machen! Gerade für Anfänger ist das ein wichtiger Faktor. Keine Hummel muss gefangen genommen, gequetscht oder sonst wie geängstigt werden.

3.) Eingegrabene Behälter (Blumentöpfe o.ä.) haben den Nachteil von Schwitzwasserbildung, die die Polstererwatte sehr (wirklich sehr!) stark durchfeuchtet. Von eingegrabenen Behältern rate ich deshalb ausdrücklich ab! Durch diese besondere Wandgestaltung entsteht zwangsläufig ein Klima, das z.B. die Erdhummeln in ihren Mäusenestern her kennen und wohl auch lieben.

Nachteile

Die hier vorgestellte Konstruktion ist statisch nicht besonders stabil. D.h., man darf weder darauf treten noch in der unmittelbaren Nähe neben der Nisthöhle die Erde begehen.

Warnung!

Es sollten keine Orte gewählt werden, wo "Naturkatastrophen" entstehen können. Die größte Gefahr geht von Wasser-Zapfstellen, von überlaufenden Dachrinnen und Regenwasser-Auffangbehältern aus. Es muss in jedem Falle gewährleistet sein, dass der Nistplatz nicht voll Wasser läuft!
 1.) Material -      Fünf verschieden Materialien werden benötigt:  

 1.) Maschendraht

 2.) Laufrohr

 3.) Zwiebelnetz 

 4.) Polstererwatte

 5.) Gummiabdeckung     

(z.B. alte Gummi-Fußmatte aus dem Auto)

 2.) Konstruktionsbeschreibung     

 Den Maschendraht kann man um einen Blumentopf  herum rund formen. Der so entstandene Zylinder wird unten in Streifen von ca 3 cm Breite geschlitzt. Die Streifen werden nun einfach nach innen geknickt, so das ein Boden entsteht. Er gibt der Erdhöhle den statischen Halt. Darüber wird das feinmaschige Zwiebelnetz gebunden, damit nicht so viel Erde in das Nest rieseln kann. Nach Einstecken der Laufröhre (Laufröhre bitte innen nicht zu glatt!) kann das Ganze gemäß Bild eingegraben werden.

Der Durchmesser (hier ca. 15 cm, Höhe ca. 20 cm) sollte nicht zu groß gewählt werden, damit die Gummimatte sich nicht durchbiegt und es zu einem Badewanneneffekt kommt. Auch könnte die Stabilität des Maschendrahtkorbes nicht mehr ausreichen.

 3.) Einbau     

 Nach Anfüllen der Erde sollte eine kleine Erhöhung (Hügel) entstehen, damit anfallendes Regenwasser vom Nest weg geführt wird. Damit die Polsterwatte unten nicht platt auf dem Erdreich aufliegt, habe ich noch einmal ein zusammengeknülltes Zwiebelnetz (als kapillarbrechende Schicht) dazwischen gelegt. (leider kein Foto).

4.) Nisthöhle 

Ganz lose wird fein gezupfte Polstererwatte eingebracht. Dabei sind zwei Dinge wichtig: 1.) Nach Verlassen der Laufröhre sollte die Königin möglichst sofort Kontakt mit der Polstererwolle bekommen . 2.) Unmittelbar vor dem Rohrende sollte ein kleiner Hohlraum frei gehalten werden, damit die Hummel etwas Bewegungsraum zur Aufnahme ihrer Untersuchungen hat. Die Wolle sollte oben keinen Kontakt mit der Abdeckung haben, damit eventuell auftretendes Schwitzwasser sie nicht durchfeuchtet.

5.) Abdeckung                         Sehr wichtig:

Nur die Ecken der quadratischen Gummimatte werden leicht eingegraben (nach unten gebogen) und mit Erde beschwert. Das führt dazu, dass sich die Gummimatte in der Mitte leicht nach oben wölbt und das Regenwasser gut ablaufen kann. Auf keinen Fall darf die Gummimatte mit Erde bedeckt werden, weil sie sich sonst nach unten durchbiegt und wie in einer Badewanne das Regenwasser sammelt. Beim Überlaufen der "Badewanne" würde das Wasser an der Unterseite der Gummimatte nach innen laufen und genau über dem Nest abtropfen! Also bitte große Sorgfalt bei diesem Punkt der Ausführung!

6.) Sonnenschutz   

Die Gummimatte mit Reisig abdecken, damit die Sonne keine Chance hat das Anwesen aufzuheizen. Das hat auch den Vorteil, dass sehr leicht eine Nestinspektion durchgeführt werden kann.

7.) Nestgründung   

Eine Erdhummel-Königin hat in Selbstbesiedelung das Nestangebot gefunden und einen Hummelstaat gegründet.

Nach Einzug der Hummel habe ich den Eingang mit einer Unterlegscheibe verkleinert, damit die Mäuse keinen Zugang zum Nest haben. Der Lochdurchmesser beträgt 13 mm. 

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Erstellt am 11.3.2002 Letzte Änderung am 18.01.03