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Diese Seite bleibt immer "Baustelle".

Sie wird Berichte, Bilder, Erfahrungen, technische Verbesserungen rund um das Thema "Hummeln" enthalten.

                                                                                      

Luftschacht-Larvensperre: 

Die neue Larvensperre am Lüftungsgitter eines Hummelnistkastens gibt es hier zu sehen.

 

Nährlösung:  v. 12.06.06    Zufütterung hat bei mir auch nach jahrelangen Versuchen nie geklappt! Durch meinen "Klappenverkauf" sind äußerst nette Kontakte mit regem Gedankenaustausch entstanden, die jetzt aber zum  Erfolg führten. Mein Traubenzucker-Haushaltszucker-Gemisch wollte keine Hummel trinken! Auf diesem Wege habe ich also erfahren, dass es noch anderen Fruchtzucker gibt (s. Bild, bei "Plus" oder "Kaiser's" z.B. erhältlich).

Aus Kreisen von E. v. Hagen verlautet, dass er seine Hummeln nur noch mit diesem Fruchtzucker füttert und auf einen Mix mit Haushaltszucker verzichtet. Danach haben Königinnen mit dieser reinen Fruchtzucker-Nährlösung eine größere Überlebenschance, wenn sie damit in den Winterschlaf gehen, weil im Hummel-Verdauungstrakt mögliche Gärungsprozesse vermieden werden.

 

 

"Getränkeautomat" Da die Wiesenhummeln z.B. einen zwölfer Legostein innerhalb einer Stunde leer getrunken hatten, war mir das ewige Nachfüllen zu stressig geworden. Die unten gezeigte Bevorratung reicht dagegen schon für zwei Tage. Erstaunt war ich, wie tief ich die vier Auslauföffnungen einfeilen musste, bis automatisch genügend Nährlösung in den Deckel ausfloss. Die Öffnungen müssen für dieses zähe Flüssigkeit so hoch sein, wie der Deckelrand tief ist. Den sehr praktischen Lego-Füller gibt es übrigens im Friseurhandel zu kaufen.

 

Zweiweg-Mottenklappe für Schwegler-Hummelnistkästen     v. 28.04.06

Die Abmessungen sind so gehalten, dass der Vorbau-Schieber gut geöffnet werden kann.

Da die Zweiweg-Mottenklappe hinten (an der blauen Wand) auch offen ist, kann sie auch auf der rechten Seite des Vorbaues, zur Verlegung des Einganges, benutzt werden.

Im Interesse der Hummeln biete ich privaten Hummelfreunden gegen Kostenerstattung ( 5,00 Euro + Porto) an, abbildungsähnliche  Zweiweg-Mottensperren zu liefern. Gem. EU-Richtlinien: Privatverkauf ohne jegliche Garantie, ohne Haftung und ohne Rückgabe.   Gravierende gesundheitliche Probleme zwingen mich leider, von diesem Angebot Abstand zu nehmen.

Innenansicht und weitere Beschreibungen mit  Gebrauchsanweisungen  Hier         Neues Video vom 9.5.06 Zweiweg-Mottenklappe in Aktion   Die Aufnahmen zeigen die Betätigung der Zweiweg-Mottenklappe durch die Erstschlupf-Erdhummeln. Spieldauer 1' 14'' , groß 3 MB .

 

Zweiweg-Mottenklappe, angepasst an eine vorhandene Eingangssituation                       vom 3.3.06

Eine Auftragsarbeit führte zu dieser Konstruktionsänderung. Die Befestigung kann entweder unten mit einem doppelseitigem Klebeband oder mit einer seitlichen Schraube erfolgen. Für den Transport sind die Klappen mit Tesaband gesichert, weil die Bohrungen der "Dübelscharniere" unterschiedlich sind. (Nähere Beschreibung der Zweiweg-Mottenklappe hier: Mottenklappe

  

Die Hummelnestmotte: Ei, Larve, Puppe, Imago          vom 1. Juni 2005

Die Hummelnestmotte Aphomia sociella gehört zur Familie der Pyralidae (Zünsler) Unterfamilie Galleriinae (Wachsmotte). Die Larven sind polyphag (d.h. verschiedenartige Nahrung fressend) . Sie brauchen für ihre Entwicklung keinen Wachs (s. Bericht weiter unten). Die im Foto gezeigten drei Entwicklungsstadien (Larve, Puppe u. Imago) sind gleichzeitig anzutreffen. Damit ist die Art gut angepasst an die zeitversetzten Nestgründungen der Hummeln, die  vom Februar bis Juni stattfinden.

Viel widersprüchliche Aussagen geistern im Internet zu dieser Spezies. So kann ich auch nach mehrjähriger Beobachtung nicht bestätigen, dass die Hummelnestmotte in einer Saison mehrere Generationen hervorbringt, noch dass sie schon als Falter durch den Winter geht. Nur Anfang Mai fand ich immer diese drei Entwicklungsstadien vor.

Die Eiablage: Anfang/Mitte Mai dringt die Hummelnestmotte in den Hummelstaat ein und legt 30 - 50 Eier (andere Angaben lauten bis 300 Eier). Hierzu benutzt sie ein speziell auf die Hummelwaben konzipiertes Legerohr. Es ist im Hinterleib untergebracht und wird in 2 konischen Auszügen teleskopartig ausgefahren (das 1. Teleskop wird ausgestoßen -hier zur Hälfte sichtbar-, während das 2. Teleskop "herausgekrempelt" wird). Mit der äußerst beweglichen Spitze ihres Legerohres kann sie locker ihre Eier "um die Ecke" legen und sie ausgezeichnet in den zerklüfteten Hummelwaben sicher ablegen. So ausgestattet, legt sie ihre Eier auch durch kleinste Ritzen ab, wie ich von Herrn Josef Beil erfahren habe, ohne dass diese von außen sichtbar sind. Die kleinen Larven sind nun imstande, von ihren Riechorganen geleitet, durch kleinste Ritzen zu kriechen um an das Ziel ihrer Begierde, die Hummelwaben, zu gelangen.

Die Fortsätze am Kopf sind Röhren (und bilden die Riechorgane zur Auffindung der Hummelnester?). Zwischen ihnen verborgen ist ein aufgerollter Saugrüssel (s. Pfeil), der ohne Manipulation (herausholen) sonst nicht zu erkennen ist, weil er mit den Fortsätzen eben abschließt.

Die Larven: Temperaturabhängig schlüpfen sie nach einigen Tagen (eigene Beobachtung: Außerhalb eines Hummelnestes, bei 20 Grad in ca. 10 - 14 Tagen). Sie halten sich vornehmlich im unteren, dunkleren und durch Gespinste abgesichertes Teil des Nestes auf und sind sehr lichtscheu.

Die Metamorphose: Ein und dieselbe Körperzelle der Larve ist in der Lage die Umwandlung in die oben gezeigten drei Entwicklungsstadien rückstandsfrei zu vollziehen. Das hat zur Folge, dass der Falter nach Erreichen seines Endstadiums die Gestalt der Puppe hat. Die Flügel sind gefaltet und teilweise aufgerollt, und werden durch aufgeregtes, heuschreckenhaftes Gehüpfe zur Entfaltung gebracht. Zum Trocknen werden diese dann hochgestellt und es sieht so aus, als ob durch "Umpumpen" von Körperflüssigkeit in die Flügel die notwendige Stabilität erreicht wird. Danach ist der ursprünglich gedrungene Unterleib so schlank, wie man ihn zu sehen gewöhnt ist. Dieser Vorgang dauert ca. 2 min.

Die Hummelfliege (Diptera, Bombyliidae) v. 29 Juni 2005 An dieser Stelle noch einmal meinen Dank an Wolfgang Rutkies, der mir freundlicherweise diese tolle Aufnahme zur Verfügung stellt.

Aufgrund der Farbzeichnung und des Pelzes sowie der Körperform ähnelt diese Fliege tatsächlich sehr stark einer Hummel. Schaut man aber die körperlichen Details und ihr Flugverhalten an, kommt man auch als Laie sehr bald zu der Überzeugung, dass es doch eine Fliege ist. Zunächst sind es die Flügel, die, bei der Hummel zweifach, hier auf jeder Seite nur einfach vorhanden sind.

 

Daraus resultiert wohl auch die andere Art zu fliegen, die sowohl rasant schnell sein kann als auch im Stand schwebend. Nach Kolibriart gelingt es ihr daher mit ihrem langen Rüssel den Nektar aufzunehmen. Nicht alle Bombyliiden sehen hummelähnlich aus. So haben die Trauerschweber (Anthrax, anthrax) z.B. keinen Pelz (s. kleines Foto). Die Larven beider Arten haben eine parasitische Lebensweise in den Gelegen verschiedener Solitärbienen. Die Landung auf meinem Nistholz für Solitärbienen war also nicht rein zufällig!

Hummel-Nistkasten als Sichtkasten            vom 20. Juni 2005

Dieser Prototyp wurde von Harry Abraham entwickelt und kommt erstmalig 2006 zum Einsatz. Daher liegen zurzeit keine Erfahrungswerte über Belüftung, Temperatur- und Schwitzwasserbildung vor. Die gesamte Anlage wird durch Überstülpen eines geeigneten Gehäuses geschützt und nur bei Bedarf abgenommen. In die abnehmbaren Laufgänge werden Filzstreifen eingelegt, so dass ein direkter Kontakt der Hummelfüße mit dem Plexiglas vermieden wird.

Der Eingang zeigt das von Harry Abraham entwickelte "Nagelscharnier", das sich in der Praxis äußerst gut bewährt hat!

Merkwürdiger Pollenrauswurf             vom 23.Mai 2005

Durch Selbstbesiedelung hat sich bei meinem Vater (95!) in Düsseldorf ein starkes Baumhummel-Volk entwickelt. Seit einigen Tagen ist zu beobachten, dass die Pollenkügelchen aus dem Nest fallen oder heraus geworfen werden. Die Möglichkeit, dass sie herausfallen ziehe ich deshalb in Betracht, weil der Nestzugang steil nach oben führt. Die Pollenkügelchen sind unbearbeitet und sehen so aus, als ob sie nach dem Abstreifen direkt nach außen gelangen. Weiter habe ich beobachtet, dass Pollen beladene, anfliegende Hummeln zwar landen, aber sofort umkehren und einen neuen Anflug starten. Der Eingang ist ziemlich stark mit Wächtern besetzt. Nach Passieren der Wächter kommen sie samt Pollen nach ca. 15 sek noch einmal in den Eingang, jedoch ohne erneut abzufliegen. Wenig später fallen die Pollenkügelchen heraus. Da der Nistkasten nicht sehr groß ist vermute ich, dass er überfüllt ist? Zunächst werde ich weiter beobachten.

Am 25.5.05 fand ich meine Vermutung bestätigt. Der Nistkasten war durch meinen Vater schlecht ausgestattet und mit zuviel Polstererwolle aufgefüllt. Nun wurde es mit Waben und Hummeln so eng, dass die heimkehrenden Arbeiterinnen nicht mehr ins Nest gelangten. Daher erklärt sich das Nochmalige Erscheinen und kurze Abfliegen mit den Pollen. Schließlich wollten sie ihren Ertrag los werden und haben ihn einfach in dem steilen Gang abgestreift wo sie zwangsläufig herausfallen mussten. Nach Korrektur der Nistbedingungen läuft alles wieder normal.

Hummelnestmotte: Entwicklungsmöglichkeiten außerhalb von Hummelnestern             vom 19.Mai 2005

Bericht von einem Beitrag Ivar Hasenfuss im Nachrichtenblatt der Bayerischen Entomologen vom 15.Sept. 1999 mit Ergänzungen, die anderen Quellen entstammen. Die Hummelnestmotte Aphomia sociella gehört zur Familie der Pyralidae (Zünsler) Unterfamilie Galleriinae (Wachsmotte) Sie sind polyphag (d.h. verschiedenartige Nahrung fressend, Foto: Larven-Fraßspuren im Laufgang eines Hummelkastens) . Sie braucht für ihre Entwicklung kein Wachs! So berichtet Herr Hasenfuss von einer Mottenkolonie in einem Blaumeisen-Nistkasten mit ca. 170 teils verpuppten Mottenlarven. Die Brut der Vögel verlief völlig normal. Im Nest gab es keinerlei Hinweise (z.B. Knochenreste) von verendeten Insassen, die den Raupen als Nahrung gedient haben könnten. Vielmehr wird vermutet, dass beim Füttern heruntergefallene Insekten als Nahrung gedient haben. Im geschilderten Fall kann ausgeschlossen werden, dass der Nistkasten von Hummeln besiedelt sein könnte.

Was macht die denn da?    vom 17.Mai 2005

In mein Erdnest (wie auf meiner HP abgebildet) war eine Erdhummel eingezogen. Anstatt sich mit Pollensammeln zu beschäftigen, zog sie es vor, größere Grabungen durchzuführen. Einen ganzen Tag lang! Ich dachte "Die hat ein Rad ab"! Meine Vermutung, der Gang sei irgendwie verstopft und sie versucht von oben sich zum Nest durchzugraben, fand ich nach Kontrolle nicht bestätigt. Nach längerer Beobachtung erkannte ich, dass ihr Schaffen System hatte. Mit der Grabearbeit hat sie Erdreich gelöst und unter sich geschoben, um es dann mit den Hinterbeinen Richtung Eingang zu befördern. Als vor dem Eingang kein Erdreich zu lockern  war (da durch Steine abgedeckt), ist sie oberhalb des Einganges tätig geworden und hat aus bis zu 15 cm Entfernung im Rückwärtsgang weitere Erde vor den Eingang "gebaggert". Dieser war schon völlig zugeschüttet! "Was soll dieser Quatsch?" habe ich gedacht und sie aber gewähren lassen. Gegen Abend fing sie an, den Eingang wieder frei zu graben. Sie hat unmittelbar vor dem Loch (eine weithin gut sichtbare Metall-Unterlegscheibe mit einem 13 mm Loch -zur Spitzmaus-Abwehr) zur Tarnung einen Erdwall errichtet.

Dreiecksflug                vom 17.Mai 2005

Drei Örtlichkeiten spielen in dieser Geschichte eine Rolle. Der Ort A ist ein künstliches Mauseloch im Rasen, von dem in ca. 1,5 m Entfernung der Ort B ein Schwegler Hummelkasten befindet. Im rechten Winkel dazu und in ca. 4,5 m Entfernung steht ein Spanplatten-Hummelkasten mit der Bezeichnung Ort C. Wir können uns also ein rechtwinkliges Dreieck vorstellen, mit der Bezeichnung A B C. Nun beginnt die Geschichte: In Ort A habe ich eine Erdhummel mit meinem Einsetzrohr gefangen und diese im Schwegler-Hummelkasten B eingesetzt. Der anschließend durchgeführte Orientierungsflug war zweifelsfrei. Ich saß weiter auf der Lauer. Nach ca. 20 Min flog wieder eine Erdhummel in das Mauseloch A. Nicht suchend und pendelnd wie man es kennt, sondern pfeilgerade und schnurstracks. Das kam mir schon komisch vor. Ich habe sie ebenfalls in das Einsetzrohr krabbeln lassen und sie in den Kasten B gesetzt. So, und jetzt kommt die Besonderheit: Nach ca. 15 Min kam sie heraus und flog wieder pfeilgerade, ohne zu pendeln in den Schwegler-Nistkasten B. Sie hat für mich eine ziemlich große Gedächtnisleistung vollbracht: Sie hat den Ort A wieder erkannt, den Ort C inspiziert und dabei gemerkt, dass ihr Zuhause der Ort B ist. Dort hat sie auch erfolgreich ihren Hummelstaat gegründet.

Lachnummer?        vom 12. April 2004

Hier stelle ich ( s. Bild) meinen Versuch vor, eine Motten-Blendsperre einzusetzen. Trotz mannigfaltiger Mottensperren ist das Mottenproblem höchst aktuell. Das gibt mir Mut mit neuer Technik einen neuen Versuch zu wagen. Es ist, zugegeben, ein Versuch ins Blaue!

Spontan fällt sicherlich jedem der Spruch ein: Licht zieht Motten an! Welche Argumente mich trotzdem veranlassen diesen Test durchzuführen, liste ich hier einmal auf: 1.) Hummelnestmotten sind nachtaktiv (und scheuen das Licht?) 2.) Hummelnestmotten suchen nicht nach einem stark beleuchteten Hummeleingang. 3.) Motten, die "unsinnig" das Licht umschwirren, sind von ihrem Auftrag abgelenkt. 4.) Nicht alle Motten zieht es zum Licht, es gibt auch Ausnahmen. 5.) Mein Lichttest in einem Wespennest (s. nachfolgenden Beitrag) bestätigt, dass abnormale Verhaltensweisen durch Licht auftreten können.

Die technischen Komponenten sind: Dämmerungsschalter, Trafo und 8 weiße Leuchtdioden. Es müssen leider Leuchtdioden sein, weil Glühlampen -auch noch so klein- zu heiß werden.

Der abendliche Schaltvorgang ist ungefähr parallel mit den Straßenlaternen. Nur beim 1. Mal hat die spät heimkehrende Königin vor dem Lichtkegel eine kleine Ehrenrunde gedreht. Ich bin froh, dass dieser Härtetest gut verlaufen ist und es damit anscheinend keine Hummel-Probleme gibt!   Leider fand kurz darauf eine Stecherei statt, die zur Verwaisung des Nestes geführt hat. Auch 2005 blieb der Kasten unbesetzt. Alles Weitere gilt abzuwarten. Sobald Ergebnisse vorliegen, werde ich hier Bericht geben - auch wenn es eine Lachnummer wird!

Kuriose Beobachtungen an einem Wespennest      vom 4.Juli 2002


Ihr fragt Euch zu Recht, was hat dieser Wespen-Bericht auf einer Hummel-Seite zu suchen? Aufgrund dieser Beobachtung konnte ich nämlich etwas ableiten, was die Hummeln durch ihr Verhalten als richtig bestätigt haben.

Im Wesentlichen möchte ich hier von zwei merkwürdigen Beobachtungen berichten:

1.) Ein- und Ausflugverhalten
Im Jahr 1973/74 haben meine Frau und ich ein Haus gebaut, in dessen Giebel ich unterm Dach eine Nist-Nische für Vögel vorgesehen hatte, die man von innen beobachten konnte. Nach einem Starenpaar sind im Folgejahr dort Wespen eingezogen. Ich habe sofort das Einflugloch verkleinert, damit die Wespenbrut nicht zur Vogelbeute werden konnte -ich kannte solches Räuberverhalten aus meiner Kindheit-. Täglich habe ich nach Feierabend meine Beobachtungen durchgeführt.

Die örtliche Situation war so, dass ich von innen in das Einflugloch schauen konnte, während das Nest seitlich versetzt angeordnet war. Eines Tages war ich etwas verspätet und nahm, weil es auf dem Dachboden schon dunkel war, eine Taschenlampe zu Hilfe. Es herrschte noch Flugbetrieb. Ohne Taschenlampe war der Betrieb völlig normal. Sobald ich die Taschenlampe eingeschaltet hatte, krabbelte die gelandete Wespe ein Stück in den Laufgang und kehrte dann plötzlich um. Sie krabbelte dann ein Stück in die entgegengesetzte Richtung (nach außen) und drehte dann erneut um. Dieses Spielchen wiederholte sich ständig. Solange die Lampe eingeschaltet war, rotierte die Wespe im Kreisverkehr. Schaltete ich die Lampe aus, krabbelte sie schnurstraks zum Nest. Das habe ich mindestens mit 20 ankommenden Wespen so durchgespielt - sie zeigten alle dasselbe Verhalten. So lange die Lampe brannte, war nicht eine einzige Wespe in der Lage das Nest zu betreten.

Ich habe dieses Verhalten so interpretiert:
Nach einem Nestanflug wollten die Wespen ins Dunkle krabbeln. Das Gegenlicht vermittelte ihnen das Gefühl, sie gingen wieder nach draußen und machten deshalb kehrt. Das Außenlicht signalisierte ihnen dann ebenfalls, dass sie in eine falsche Richtung gingen und sie machten erneut eine Kehrtwendung und dies in ständiger Wiederholung.

Fazit: Blick ins Dunkle führt zum Nest, Blick ins Helle führt nach draußen.
Es freut mich, dass diese Beobachtung nach so vielen Jahren doch noch zu einer positiven Anwendung geführt hat (Mottenklappen mit dunkler Eingangs- und heller Ausgangsklappe).

2.) Schlaf- und Arbeitsverhalten
Wie vor, fällt mir auf Anhieb zu diesem Verhalten auch keine Nutzanwendung ein; aber es kann ja noch kommen, wie die Erfahrung zeigt. Vielleicht „vermarktet" ein Wespenfreund diese Veröffentlichung? Nur zu, wenn es den Wespen oder Hummeln dient, werde ich das nur befürworten!

In einer Phase des Nestumbaues -es wurde eine neue Wabenscheibe eingezogen- die Außenhülle war auf halber Höhe durchtrennt und abgefallen, der Blick somit frei auf viele Baustellen und deren Bautrupps. Eine nächtliche „Taschenlampen-Kontrolle" zeigte mir, dass jede Wespe an ihrem Arbeitsplatz ruhte -z.B. beim Bau der neuen Außenhaut, beim Bau des neuen Wabentellers und weiter oben ruhte das Personal für die Brutpflege. Nach ca. 1 sek Brenndauer meiner Taschenlampe fingen a l l e Wespen g l e i c h z e i t i g an zu arbeiten. Nicht nach einigem Räkeln und Augenreiben, sondern wie in einem Uhrwerk -ein Rad kann sich nur drehen, wenn sich alle Räder bewegen- fingen, wie auf ein Kommando hin, alle Tiere an zu arbeiten! Nach Erlöschen der Taschenlampe wurden die Arbeiten sofort wieder eingestellt. Das Besondere war eben, die Gleichzeitigkeit der Arbeitsaufnahme.

Blindflug nach Koordinaten?                        vom 12 Dezember, 1999

Im Zuge einer Terrassen-Reinigung habe ich den Hummelkasten seitlich um ca. 25 cm versetzt. Zu meinem Erstaunen steuerten die heimkehrenden Hummeln die ursprüngliche Position an. Sie nahmen weder Notiz vom nahebei stehenden Hummelkasten noch von den ausfliegenden "Kollegen". Oftmals nahmen sie einen neuen Anlauf und flogen 2 - 3 m weg, um doch nur wieder an gewohnter Stelle anzukommen. Der Brummton wurde dann etwas tiefer (trauriger?) und die Suche begann zunächst am Boden. Irgendwann, eher zufällig meine ich, führt die Pendelsuche dann zum Erfolg. Ich habe also Zweifel, dass Einfärbungen der Fluglöcher (wie vielfach empfohlen) der Navigation dienlich sind. Gestärkt werde ich durch eine andere Beobachtung. Ein Bekannter siedelt Hummeln in einem nur an der Kopfseite geöffneten Laubengang an (ca. 10 Völker). Die Hummeln müssen eine Wegstrecke von ca. 4 m, ohne direktes Sonnenlicht empfangen zu können, zu ihrem Nest zurücklegen. Obwohl dort die Nester an ihrem angestammten Platz stehen, ist immer eine wahnsinnige Sucherei im Gange! Oftmals fliegen sie, von der Einflugöffnung anderer Nester angelockt, fremde Bauten an (ohne diese zu betreten, der fremde Nestgeruch hat sie sicherlich abgehalten). Normalerweise ist das doch so: Egal aus welcher Richtung der Anflug erfolgt, jedes Mal fliegen sie mit "Karacho" direkt ins Loch! Mein Fazit: Der Hummelflug von der Trachtpflanze zum Nest erfolgt nach Koordinaten, die sich aus Uhrzeit u. Sonnenstand ergeben.

Erstellt am 5.5.05  Letzte Änderung am 25.10.06